DANKE FÜR DIE KLAREN WORTE
zu Beileidsheuchlern jeder Sorte!
Man glaubte kaum, was man da sah,
soviel Verrenkung war noch nicht da.
Da säuselten unwürdige Würdenträger
(drei Tage vorher noch Klestil-Jäger)
von ewiger Freundschaft, inniger Liebe,
auf der Zunge noch die Seitenhiebe,
kaum schon geschluckt, noch nicht verdaut
und priesen den Verblichenen laut.
De mortuis nihil nisi bene,
jedoch so manche Abschiedsszene
und Schleimerei von den Genossen
hätt Dr. Klestil sehr verdrossen.
Der beichtete einst seine Sünden
und wagte es, noch zu verkünden,
daß seine Ehe mortus est,
da stach er in ein Wespennest
der Heiligen (wenn auch zum Schein),
die pachteten Moral allein.
Da hub ein Wehe an und Klagen,
fortan mußt man den Sünder jagen,
die Sünderin ja sowieso
sollt sein des Lebens nicht mehr froh.
Da hetzten dann mit Feuereifer
die Moralisten - Maul voll Geifer
das Präsidentenpaar vor sich -
und scheiterten doch elendiglich:
Die Welt kam angereist mit Spiegeln,
um Klestils Ehre zu besiegeln
und hielt Euch damit deutlich vor,
was unser Land an ihm verlor.