DANKE!

August 15th, 2005

Mit wackligen Knien und zitternder Hand
den mühsamen Weg hierher ich fand.
Erwartete Dunkelhaft, Knebel und Gitter,
ein Folterverlies wie zur Zeit der Ritter.
Ich fand voll Erstaunen eine Runde Damen,
optisch intakt, doch mit seelischen Schrammen.
Jede ein bißchen vom Schicksal geschlagen,
doch tapfer, geduldig ihr Binkerl getragen.
Ihr hab mir die Zeit hier so kurz gemacht,
ich hab zwar gehungert, doch viel gelacht.
Frau Herta bändigt Löwen oder ist voller Schmerz,
ihr Auf und Ab bewegte aller Herz.
Nach jedem Einkauf waren wir gespannt:
Kommt sie geknickt - oder elegant?
Frau Elfi, die Tapfere, macht allen Mut,
ein Scherz auf den Lippen und alles wird gut.
Frau Müllers Takt wär manchem eine Zier,
ich fürcht´, so eine Dame wird nie aus mir.
Frau Meier quirlt und verliert an Gewicht,
vergessen Sie nur den Suppenkaspar nicht!
Frau Huber ewig hungrig, doch mit Humor,
zaubert zur Geisterstund´ sicher Brötchen hervor.
Frau Vera, die Fröhliche tut ihres dazu,
daß Langeweile verfliegt im Nu.

Wär ich allmächtig, ich würde Euch geben
noch fünfzig Jahre gesundes Leben,
überdies der Frau Herta einen Kaufmannsladen,
damit sie üben kann ganz ohne Schaden.
Frau Elfi bekäm ein paar neue Gebeiner,
dann wär´s ganz egal, ob die alten im Eimer.
Frau Müller ließ ich tanzen mit Fred Astaire,
solang bis ihr Stock überflüssig wär.
Frau Huber ein Tischlein-deck-dich mitten ins Zimmer,
denn das mit Zaubern, das klappt nicht immer.
Frau Meier kriegt eine Waage, die gar nicht geht,
dann hat sie´s leichter mit jeder Diät.
Vera gäb ich einen jungen, feschen Mann,
der sie durch´s Leben tragen kann.

Ich wollt, wenn ich könnt, doch kann ich nicht,
so schenk ich Euch bloß dieses Gedicht.
Vielen Dank, meine Damen, es war ein Vergnügen,
eine Woche in Eurer Mitte zu liegen.

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