Wenn die Elisabeth…

(hört’ ich als Kind, ging ich zu Bett)

statt zwei Füß vier Radeln hätt
(naja, ich fand das mittel-nett)
wär das ein Genuß
(ich fand’s mehr Überdruß)
wär sie ein Autobus
(wer dichtet soviel Stuss?)

Dabei tät ich den Namen lieben,
historisch gibt’s weit mehr als sieben
Elisen in der ganzen Welt,
deren Geschichte mir gefällt.
Meine Patronin ist eine Heilige
weiland von Thüringen (für wirklich Eilige),
doch die erste Elisabeth im Heiligen Land,
war die Mutter des Täufers – allerhand.

Jelisaweta Petrowna,
war Zarin und Kaiserin gleichzeitig gar.
Über Elisabeth die Erste kann man viel klagen,
auf ihr Geheiss ging’s Mary an den Kragen,
das kommt davon, wenn ein Wüterich
angeblich der Erzeuger väterlich.

Elizabeth, die Zwote, endlich
behütet sich manchmal befremdlich,
jedoch sie schaut recht gütig aus,
besonders wenn ihr Mann net z’haus.

Die Erszebet aus Hungarien,
war eine von den Furien,
sie schlitzte Jungfern, zart und rein,
trank deren Blut wie roten Wein,
die wollen wir gleich wieder streichen,
die hinterließ zuviele Leichen.

Dagegen die Sisi – ein Hollywoodmärchen -
gemeinsam mit’m Pepi ein Bilderbuchpärchen.
Elisabeth, Kaiserin von Österreich,
war wunderschön, doch grottenbleich,
fiel ihrem Mörder spät anheim
für mich ist’s gut, sonst fehlt’ der Reim.

Und schließlich die Schneider vornamens Liz
an der sich der Richard die Zähne ausbiss.
Die soff gerne Whiskey, vornehmlich pur,
drum hatte sie eine Rossnatur.

Im Geiste dieser Namensschwestern,
schau ich nach vorne, nicht nach gestern,
trage den Namen voller Würde,
empfinde ihn auch nie als Bürde.

“Rosa” ist mein dritter Name,
wie Urgroßmuttern (eine Dame),
dazwischen noch ein “Isabella”,
auf Opa’s Wunsch, da war er schneller,
dass seine Mutter auch geehrt,
wo er sie doch so hoch verehrt.
Elisa, Isa, Bella, Rosa,
das ist doch ein Gedicht, nicht Prosa,
Ihr seht, schon in die Wiege legte
man mir, dass ich mal Reime pflegte.

Man weiß ja, dass die Anglomanen,
den Brauch pflegen der Mittelnamen,
kürzt man die Isabelle auf I.
(das tu ich manchmal, glaubt man nie)
dann kommt heraus der Übung schwerste:
Erbskönigin Elisabeth, die Erste.

 

 

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